31. Januar 2017: Caritas „Hand in Hand“ – Frauengruppe

Schlussreflexion Jennifer

Als ich in das Projekt „Patenschaft für Geflüchtete“ eingestiegen bin, war ich anfangs sehr optimistisch und habe mich darauf gefreut, wieder mit Geflüchteten arbeiten zu können. Ich wollte aktiv, voller Tatendrang und mit Herzblut, Menschen in den verschiedensten Lebenslagen unterstützen und mit ihnen gemeinsam einen neuen Weg beschreiten. Ich war sehr begeistert von diesem Projekt und habe die Zusammenarbeit mit Ulrike von Anfang an sehr geschätzt.

Zu Beginn habe ich mich dazu entschieden, eine Frauengruppe, bestehend aus vier Frauen aus Syrien, zu betreuen. Ich habe die geflüchteten Frauen an einem Kennenlernabend am 3. Oktober 2016 im Vereinsheim des SC Sternschanze kennenlernt. Bei unserer ersten Begegnung haben wir uns ausgetauscht und in etwa einen groben Plan entwickelt, wo und bei was Bedarf besteht. Nachdem wir eine WhatsApp-Gruppe gebildet hatten, lief die Kommunikation in den ersten Tagen sehr gut. Leider musste ich relativ schnell feststellen, dass zwar nach Unterstützung gefragt, diese dann aber doch nicht in Anspruch genommen wurde. Die Gründe dafür sind mir unbekannt, haben mich aber zum Nachdenken gebracht, ob und vor allem voran das liegen könnte. Für mich war dies eine komplett neue Erfahrung, die ich bis dato noch nicht gemacht habe.

Im Austausch mit Ulrike habe ich mich dann dennoch dazu entschieden, weiterhin für die Caritas tätig zu sein. Das Projekt konnte ich also weiterführen, wenn auch nicht in der Form wie zu Beginn gedacht. Am 12. Dezember fand ein erneutes Treffen in der Caritas statt und ich habe zusammen mit geflüchteten Männern Lebensläufe und Bewerbungsanschreiben ausgearbeitet.

Alles in allem habe ich die Erfahrung gemacht, dass es sehr schleppend voranging und ich oftmals auch frustriert gewesen bin, auf Ablehnung zu stoßen. Ich wollte mich dennoch nicht daran hindern lassen und habe mich für eine von der Caritas organisierte Freiwilligenschulung am 14. Februar 2017 angemeldet. Diese Schulung richtet sich an Menschen, die sich freiwillig engagieren wollen. Zentrale Themen wie die Rolle/Haltung in der Flüchtlingsarbeit, Akteure und Zuständigkeiten, Grundlagen des Asylverfahrens sowie Möglichkeiten und Perspektiven eigenen Engagements werden vermittelt und durchdrungen. Außerdem werde ich zu einem weiteren Treffen am 15. Februar gehen und dann vielleicht ja dort eine Eins-Zu-Eins-Betreuungsmöglichkeit aktiv wahrnehmen können.

Reflektiert betrachtet, habe ich viel über mich selbst gelernt, wo meine persönlichen Stärken und Schwächen liegen und wo ich auf meine Grenzen stoße. Die Zusammenarbeit mit Refugees liegt mir sehr am Herzen und ich werde erneut mein Bestes geben, um genau diesen Menschen zu helfen – auch wenn es nur kleine Schritte bleiben werden.