10. Februar 2017: Schlussreflexion

Ziel des Projekts war es durch Textarbeit die Deutschkenntnisse von Mohammed zu verbessern, weshalb wir zwischen den Projekten „Schreibwerkstatt“ und „Patenschaft“ hin und her schwankten und uns nicht festlegen wollten.

Wir, Katrin und Emma, sind der Meinung, dass wir dieses Ziel auch erreicht haben. Durch das Storytelling mit Mohammed wollten wir u.a. einen Aufarbeitungsprozess anstoßen, der die Themen Flucht, politische Lage in der Heimat, etc. einschließt. Wir haben uns jedoch bewusst zurückgehalten, um nicht Reaktionen auszulösen, die sich nicht abschätzen und letztlich nicht mehr abfedern lassen, sodass professionelle Unterstützung nötig wird.

Aus diesem Grund wollten wir uns auf alltägliche Themen und Zukunftspläne konzentrieren, was die Texte betrifft, jedoch ergab sich aus dem ersten Gespräch mit Mohammed, dass er selbst lieber über seine Fluchtgeschichte schreiben möchte. Dies haben wir beherzigt und im Verlauf des Projekts umgesetzt.

Auch wenn die Vorgehensweise eines Interviews zuerst kritisiert wurde, waren wir der Meinung, dass wir auf diesen Weg die meisten Informationen für die Texte erhalten und uns damit einen Überblick schaffen können über mögliche Inhalte der Texte, Länge, etc. Außerdem war es uns wichtig dadurch die Grenze zwischen privaten Gesprächen und Textarbeit zu bewahren.

Die Arbeit mit Mohammed haben wir als Bereicherung erlebt, da sie uns einen Einblick in eine andere Kultur gewährt hat und in seine Schicksalsgeschichte, die durch Individualität die Sensibilisierung für die Lage von Geflüchteten stärkte und uns gleichzeitig die Möglichkeit gab direkt Fragen zu stellen, statt Berichte in Online-Zeitungen oder Blogs zu lesen.

Auch auf einer privaten Ebene hat sich die Zusammenarbeit mit Mohammed zu einer Art Freundschaft entwickelt und seine Familie hat uns herzlich aufgenommen bei jedem unserer Besuche.

Wir glauben, dass das Projekt auch für Mohammed, neben der privaten Ebene, einen kleinen Erfolg darstellt, weil er mit jemandem reden konnte, der sich wirklich für ihn interessiert und er durch uns eine Art Sprachrohr wahrnehmen konnte. Im Vordergrund steht dabei immer noch, dass er seine Deutschkenntnisse durch die Textarbeit verbessern konnte und durch die persönliche Zusammenarbeit seine Sprache fließender wurde.

Für den weiteren Verlauf lässt sich sagen, dass wir auf einer freundschaftlichen Ebene weiterhin mit Mohammed in Kontakt bleiben werden. Das Projekt Storytelling ist für uns nach diesem Semester beendet, aber wir spielen mit dem Gedanken, im nächsten Semester ein anderes Projekt zu beginnen, gerne wieder mit Mohammed.