Jobcenter, Standort Barmbek (17. Mai 2016)

Gesprächspartner/innen: Andrea Ehler mit Kolleg/innen

IMG_8424
Im Jobcenter in Barmbek wurden wir von einer ganzen Gruppe freundlicher Mitarbeiter/innen empfangen – einer Dame aus der Eingangszone, einer Kollegin aus dem Bereich Arbeitsvermittlung, die zudem auch Migrationsbeauftragte ist, einem Sachbearbeiter Leistung und der Teamleiterin Frau Ehler. So hatten wir die seltene Chance uns aus erster Hand über die regulären Abläufe zu informieren.

 

Zentral für eine Fallbearbeitung im Jobcenter ist, dass die Bewerber/innen alle Unterlagen komplett vorlegen können: Ausweis, Anerkennungsbescheid (nur anerkannte Flüchtlinge haben Anspruch auf Leistungen), Leistungsbescheid, Unterlagen über möglicherweise vorhandenes Vermögen und Miete inklusive Nebenkosten. Im Einzelfall können weitere Unterlagen erforderlich sein. Alle Formulare, Ausweise und Urkunden müssen ggf. in beglaubigter Übersetzung vorliegen. Evtl. fehlende Dokumente sind nachzureichen.

Als besonderes Beratungsangebot hat das Jobcenter in Barmbek mittwochs eine eigene „Flüchtlingssprechstunde“ etabliert. Bei einem Besuch konnen Leistungsbezug und Vermittlung zugleich abgewickelt werden. Nach einem einstündigen Erstgespräch wird eine Eingliederungsvereinbarung unterzeichnet.

Für die Vermittlung in Beschäftigung brauchen die Bewerber/innen neben einem Lebenslauf vor allem den Nachweis über ausreichende Deutschkenntnisse – B2-Niveau heißt das. Die Integrationskurse vermitteln ein Sprachwissen bis B1.

Grundsätzlich berichteten unsere Gastgeber/innen, dass die Anzahl der vom Jobcenter Barmbek betreuten Geflüchteten überschaubar sei. Von einer „Überlastung der Behörden“, von der man bezüglich dieser Thematik vielerorts hört, war hier also wenig zu spüren.

Das Jobcenter unterstützt nicht bei der Wohnungssuche, aber eine Übernahme der Kosten für eine Erstausstattung ist möglich (genauere Angaben zu dem Anspruch auf Leistungen gemäß Asylbewerberleistungsgesetz finden sich u.a hier.).

Die Zuständigkeitsbereiche der Jobcenter haben mit denen der Agentur für Arbeit nahezu keine Berührungspunkte. Darin begründet findet auch kein wechselseitiger Austausch statt. Sie agieren in verschiedenen Rechtskreisen.

Eine organisierte Kooperation mit ehrenamtlichen Flüchtlingslots/innen gibt es nicht. Allerdings spielt die Unterstützung freiwillig Engagierter im Alltag der Jobvermittlung durchaus eine Rolle. Ideal sind natürlich Begleitpersonen, die nicht nur Vertrauenspersonen sind, sondern auch direkt übersetzen und so die Abläufe vereinfachen können. Vereidigte Übersetzer und Dolmetscher gibt es einfach viel zu wenige.

Hier geht es zur Website des Jobcenters in Barmbek.