Islam im Alltag. Ein Thema in der freiwilligen Flüchtlingsarbeit

Termin: 13. Juni 2016
Referentin: Özlem Nas


Präsentation zum Download:Prezi_Deckblatt

Hier finden Sie Weitere Lektüre-Empfehlungen zu „Islam im Alltag“…

… und einen Vortrag: „Grundwissen Islam“

von Ruth Hartmann, M.A. am 7. Juli 2016
im Rahmen des Regionalgruppen-Treffens von SIETAR Hamburg:

Islam_SIETAR

Die muslimischen Verbände/ Religionsgemeinschaften in Hamburg (Deutschland)

(Quellen: Die folgenden Textauszüge sind jeweils, unverändert, den Websites der Verbände und Vereinigungen entnommen.)

SCHURA – Rat der Islamischen Gemeinschaften in Hamburg e.V.

SCHURA e.V. ist ein im Juli 1999 erfolgter Zusammenschluss islamischer Gemeinden in der Freien und Hansestadt Hamburg auf Grundlage eines gemeinsamen islamischen Glaubensverständnisses wie es in § 3 der Satzung definiert ist. Die unterschiedlichen Mitgliedsgemeinden spiegeln die Vielfalt des Hamburg bestehenden islamischen Lebens wieder.
Der Islam in Hamburg wie auch sonst in Deutschland ist wesentlich durch Arbeitsmigranten vor allem aus der Türkei und dem ehemaligen Jugoslawien geprägt. Die älteste und größte Gemeinde türkischer Muslime ist die der Centrum-Moschee in der Böckmannstraße. Im Laufe der Zeit sind seitens türkischer Muslime weitere Moscheegemeinden in den Stadtteilen hinzugekommen (Islamische Gemeinden Wilhelmsburg, Veddel, Harburg, Neugraben, Neuenfelde, Altona, Nobistor und Schnelsen-Eidelstedt wie auch die Ali-Pascha-Moschee in Barmbek).
In diese Entstehungsgeschichte gehören auch die Gemeinden der Albaner (Albanische Moschee am Kleinen Pulverteich) und Bosnier (Bosnische Moschee in Horn) sowie Kurden (Vahdet-Moschee am Steindamm und Said-i-Nursi-Moschee in Wilhelmsburg).Älteste Moschee Hamburg ist jedoch die schiitische Imam-Ali-Moschee (Islamisches Zentrum Hamburg) an der Alster, welche schon in den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts vorwiegend von schon seit der Nachkriegszeit und teilweise sogar schon davor in Hamburg ansässigen iranischen Geschäftsleuten und Studenten begründet und errichtet wurde. Heute gibt es mit der afghanischen Belal-Moschee in Wandsbek und der irakischen Huda-Moschee in Billbrook zwei weitere schiitische Moscheen.

İslamische Religionsgemeinschaft DITIB Hamburg und Schleswig-Holstein e.V.

Zweck und Ziele der DITIB sind die „Repräsentation des Islam und der Muslime, Koordination der religiösen Unterweisung und der Vereinstätigkeiten, Integration des Islam und der Muslime in Deutschland
„Aufgrund der großen Anzahl von Vereinen und MItgliedern wurde eine Restruktrurierung der DITIB nötig. Nach einer langen Vorbereitungsphase wurden Anfang 2009 Regionalverbände gegründet, welche als „DITIB Landesverband e.V.“ bezeichnet wurden. Die Landesverbände repräsentieren die Gemeinden auf Länderebene und sind Mitglied beim Dachverband. Mit dieser Struktur passt sich die DITIB dem Föderalen System in Deutschland an und steigert gleichzeitig die Effizienz in den Gemeinden.
In Hamburg wurden am 7. Februar 2009 der „DITIB Landesverband Hamburg e.V.“ dem 10 Moscheevereine mit ca. 2500 ordentlichen und etwa 20.000 außerordentlichen Mitgliedern angehören. Am gleichen Tag wurde bei der Gründungsversammlung in Neumünster der „DITIB Landesverband Schleswig-Holstein e.V.“ mit 22 Moscheevereinen, ca. 5000 ordentlichen und etwa 20.000 außerordentlichen Mitgliedern gegründet. Diesem trat später auch der Bildungsverein Rose aus Uetersen bei.“

Bündnis der islamischen Gemeinden in Norddeutschland e.V. (BIG)

Das BIG „ist ein Zusammenschluss von 17 Moscheevereinen in Hamburg, Niedersachen und Schleswig-Holstein, in denen wichtige religiöse und soziale Dienstleistungen stattfinden.
Das Bündnis unterstützt die islamischen Gemeinden nunmehr seit den siebziger Jahren bei ihrer Glaubensausübung und bietet für Kinder, Jugendliche und Erwachsene die Möglichkeit, neben den Angeboten für die tägliche religiöse Praxis und das religiöse Leben, an verschiedensten Angeboten in Bereichen wie z.B. Bildung, Kultur, interreligiöser Dialog etc. teilzunehmen.
[Die] 17 Gemeinden, Jugendhäuser, unser Islamisches Wissenschafts- und Bildungsinstitut und unsere Aus- und Weiterbildungszentren beteiligen sich an diversen Projekten, welche das friedliche Miteinander fördern und den Zusammenhalt stärken sollen.“

VIKZ – Verband der Islamischen Kulturzentren e.V.

„Der Verband der Islamischen Kulturzentren e.V. ist ein im sozialen und kulturellen Bereich tätiger gemeinnütziger Verein und eine islamische Religionsgemeinschaft im Sinne des Artikels 140 GG, der seine Aktivitäten nach geltendem Recht ausübt.
Gegründet wurde der Verband im September 1973 unter dem Namen „Islamisches Kulturzentrum e.V.“ in Köln, um die Bedürfnisse der damaligen muslimischen, vor allem der türkischen Gastarbeiter in Deutschland zu decken. Dem Verband sind bundesweit zirka 300 selbstständige Moschee- und Bildungsvereine angeschlossen. Ziel und Zweck der Verbandsarbeit ist die religiöse, soziale und kulturelle Betreuung von Muslimen in Deutschland.“
„Der Verband der Islamischen Kulturzentren gehört der sunnitisch-hanefitischen Ausrichtung des Islam an. Unter den Mitgliedern gibt es viele Muslime die auch eine mystische Ausrichtung des Islam praktizieren. Islamische Mystik wird auch als Sufismus (tasavvuf) bezeichnet. Sufis, Vertreter des Sufismus, setzen die absolute Liebe zum Schöpfer in den Mittelpunkt ihres Denkens und Handelns. Neben der Erfüllung der religiösen Pflichten sucht der Sufi das direkte Erleben Gottes (marifetullah).
Die mystische Ausrichtung des Verbandes ist geprägt durch die Elemente der Sufigemeinschaft der Naqschibandiyya. Die Naqschibandiyya ist eine „nüchterne“ Sufigemeinschaft des Islam, der im 14. Jahrhundert in Zentralasien entstand. In der Mitte des 20. Jahrhunderts entstand um den Gelehrten Süleyman Hilmi Tunahan (k.s.) eine Gemeinschaft in der Türkei, die in ihrer religiösen Ausrichtung auch  den Prinzipien der Naqschibandiyya folgte. Einige Schüler von Süleyman Efendi emigrierten in den 70er Jahren nach Deutschland und gründeten dort den Verband der Islamischen Kulturzentren.“

Ahmadiyya in Hamburg

„In der heutigen religiösen Welt spielt die Ahmadiyya Muslim Jamaat (AMJ) eine einzigartige Rolle. 1889 in Indien gegründet, stellt sie mit ihren vielen zehn Millionen Mitgliedern in über 204 Ländern weltweit die größte Gemeinschaft unter den organisierten Muslimen dar. In den einzelnen islamischen Staaten ist sie dennoch eine Minderheit.
Gleichzeitig ist die AMJ, die sich ausschließlich durch Spenden ihrer Mitglieder finanziert, die am schnellsten wachsende islamische Reformbewegung unserer Zeit. Ihr Hauptsitz befindet sich aktuell in London, Großbritannien.Sie ist die einzige islamische Bewegung, die mittlerweile seit mehr als 100 Jahren von einem rein spirituellen Khilafat geleitet wird. Der Kalif der AMJ, Seine Heiligkeit Hadhrat Mirza Masroor Ahmadatba, ist damit das weltweit wichtigste muslimische Oberhaupt. Unter dem Vorsitz ihres Kalifen, der auf demokratische Art gewählt wird, tritt sie ein für die ursprünglichen Werte des Islam: Barmherzigkeit gegenüber allen Menschen, absolute Gerechtigkeit, Gleichwertigkeit von Frau und Mann, Trennung von Religion und Staat, Beendigung gewalttätiger Aktionen im Namen der Religion sowie die Menschenrechte, wie sie im Koran festgelegt worden sind.

 

Tipp: Ausstellung „Was glaubst du denn?“ (Filme zur Ausstellung)

Die Ausstellung „Was glaubst du denn?! Muslime in Deutschland“ wurde im Auftrag des Bundesministeriums des Innern durch die Bundeszentrale für politische Bildung in den Jahren 2012 / 2013 erstellt. Sie richtet sich an Schülerinnern und Schüler der Sekundarstufe I unterschiedlicher Schulformen.

Film zur Ausstellung: Der Islam im Kreis der Religionen(Quelle: www.wasglaubstdudenn.de)

Gezeigt werden Facetten des Alltags von Muslimas und Muslimen in Deutschland. Deren Religiosität ist dabei nur einer von vielen Aspekten, die im Leben junger Menschen wichtig sind. Entsprechend versteht sich die Ausstellung nicht, beziehungsweise nicht in erster Linie, als Ausstellung über eine – ohnehin nicht fest abgrenzbare – gesellschaftliche Gruppe. Vielmehr geht es um individuelle Lebensgestaltung und gesellschaftliches Zusammenleben. Die Ausstellung lädt zum Nachdenken über Identitäten und Zuschreibungsprozesse ein. Debatten über Identitäten und gesellschaftliche Leitbilder werden als Kernelement politischer Auseinandersetzungen thematisiert, und es wird die Frage gestellt, wie sie sich auf unterschiedliche öffentliche Räume auswirken. Die Ausstellung ist daher weniger ein Format zur Wissensvermittlung als Anlass zu Reflexion, Gespräch und Auseinandersetzung.