INTERNATIONALES KW 20

Amnesty International: Studie zur Willkommenskultur gegenüber Geflüchteten weltweit

Verteilung der Flüchtlinge in der EU geht nur langsam voran

Erneute Auseinandersetzungen in Idomeni


Amnesty International: Studie zur Willkommenskultur gegenüber Geflüchteten weltweit

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat am 19. Mai die Ergebnisse des erstmals erhobenen „Refugees Welcome Survey“ veröffentlicht. In der Studie wurden 27.000 Menschen aus 27 Ländern über ihre Bereitschaft befragt, Geflüchtete in ihrem Land, ihrer Nachbarschaft und zuhause aufzunehmen. Aus den Antworten wurde ein „Refugees Welcome Index“ für jedes Land errechnet.

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Das Ranking der 27 Länder https://www.amnesty.org/en/latest/news/2016/05/Refugees-welcome-survey-results-2016/

Deutschland steht mit 84 von maximal 100 Punkten nach China an zweiter Stelle. 96% der Deutschen sprachen sich für die Aufnahme Geflüchteter in ihrem Land aus (im Vergleich zu 80% aller Befragten), 10% gaben an, sie würden diese auch zuhause aufnehmen.

66% aller weltweit Befragten stimmten außerdem zu, ihre Regierung solle mehr Hilfe für Geflüchtete leisten.

Die Länder mit dem niedrigsten Willkommens-Index sind Polen, Thailand, Indonesien und zuletzt Russland.

Quellen: FAZ online (19.05.2016), Amnesty International Homepage (19.05.2016)

Einzelheiten, Ergebnisse und Grafiken zur Studie:                                                       https://www.amnesty.org/en/latest/news/2016/05/Refugees-welcome-survey-results-2016/


Verteilung der Flüchtlinge in der EU geht nur langsam voran

Die geplante Verteilung der in Italien und Griechenland angelangten Flüchtlinge über alle EU-Mitgliedsstaaten verläuft langsamer als geplant. Bis Mitte diesen Monats wurden nur 1500 von 20.000 angestrebten Personen in andere Länder überwiesen.

EU-Innenkommissar Avramopoulos befürchtet eine humanitäre Katastrophe in Griechenland und appelliert besonders an Staaten wie Polen oder Ungarn, die sich weitgehend gegen die Aufnahme von Geflüchteten weigern, ihren Verpflichtungen nachzukommen.

Doch auch Deutschland hat bis jetzt nur 54 von geplanten 1600 Geflüchteten aufgenommen. Österreich und Dänemark haben bisher die größten Schritte hin zu einer erfolgreichen Umverteilung getan.

Zum Nachlesen – der vollständige Bericht der EU-Kommission:                            http://ec.europa.eu/dgs/home-affairs/what-we-do/policies/european-agenda-migration/proposal-implementation-package/docs/20160518/communication_third_report_on_relocation_and_resettlement_en.pdf

Quelle: FAZ (18.05.2016)


Erneute Auseinandersetzungen in Idomeni

In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag vergangener Woche versuchten Bewohner des Flüchtlingslagers in Idomeni an der griechisch-mazedonischen Grenze mit einem Eisenbahnwaggon den Grenzzaun nach Mazedonien zu durchbrechen. Daraufhin kam es zu gewalthaltigen Auseinandersetzungen mit der Polizei, die bis zum Morgen andauerten und auf beiden Seiten zu Verletzten führten.

In dem improvisierten Lager halten sich derzeit noch rund 9000 Menschen auf, obwohl die Regierung es bis Anfang diesen Monats hatte räumen wollen. In Idomeni kam es in den letzten Wochen schon öfter zu Ausschreitungen; wodurch das Flüchtlingslager unter anderem immer wieder die Aufmerksamkeit der Medien geweckt hatte.

Quelle: FAZ online (19.05.2016)