Hamburg KW 23

Weiterhin sinkende Zahlen an Neuankömmlingen

Ertrunken in Hamburger Badeseen

Falsche Impfungen bei Flüchtlingsbabys


Weiterhin sinkende Zahlen an Neuankömmlingen

Die Zahl der ankommenden Geflüchteten in Hamburg sinkt weiter. Im Mai sind in Hamburg so wenige Menschen nach Hamburg gekommen, wie zuletzt im Dezember 2014. Trotzdem hält der Senat an seinen bisherigen Planungen für weitere Unterkünfte fest, da derzeit nicht absehbar und keine Prognosen erstellbar seien, wie viele Menschen im Sommer noch kommen könnten, das EU-Türkei-Abkommen sei wackelig, man könne sich nicht darauf verlassen. Derzeit sind in Hamburg 7000 Erstaufnahmeplätze nicht belegt, dagegen mangelt es an Folgeunterkünften, viele Menschen sind inzwischen länger als 6 Monate in Erstaufnahmen untergebracht, weil der Bau und die Suche neuer Folgeunterkünfte stark verzögert ist. Auch als eine Reaktion auf die Volksinitiative werden die neuen Expressbauten nun alle wesentlich kleiner gebaut als geplant. In 3/4 aller Folgeunterkünfte sollen höchstens 250 menschen leben – die Volksinitiative forderte höchstens 300, so der NDR.

Das neue Ankunftszentrum ist inzwischen eröffnet, hier könnten in einer Woche 1000 Anträge bearbeitet werden – derzeit sind es aber nur höchstens 30 am Tag. Nun soll für die Halle ein Plan B ausgearbeitet werden. Sie könnte z.B. als Begegnungszentrum mit Workshops und Angeboten für Geflüchtete genutzt werden. Die Opposition, die bereits im Februar Kritik am überteuerten Kauf der Halle äußerte, sieht sich nun bestätigt in ihren Befürchtungen.

Da wie oben erwähnt keine Prognosen für die weiteren Zahlen in diesem Sommer vorhanden sind, verschärft die Volksinitiative nun den Druck gegen den Senat. Die Handlungen könnten nicht voran gehen, wenn keine neuen Prognosen angesichts der sinkenden Flüchtlingszahlen bekannt gegeben werden würden. Bisher wurden in diesem Jahr insgesamt 5400 Geflüchtete in Hamburg untergebracht, die letzte Prognose vom Dezember 2015 sah für das Jahr 2016 etwa 39000 Neuankömmlinge in Hamburg voraus.

Die letzte Möglichkeit für ein Abwenden des Volksbegehrens wäre ein Beschluss in der Bürgerschaft am 13. und 14. Juli.

(Quelle: Mopo online, NDR online)

Ertrunken in Hamburger Badeseen

Am Wochenende vom 03. bis. 05.06. sind in Hamburg und Niedersachsen mehrere Menschen ertrunken. Drei von ihnen waren als Geflüchtete nach Hamburg gekommen. Sie konnten nicht richtig schwimmen.

Verschiedene Ehrenamtliche und Engagierte versuchen nun, Schwimmkurse für Geflüchtete zu organisieren, der Bedarf hierfür sei sehr groß, weil viele in ihren Herkunftsländern nicht schwimmen gelernt haben. Dabei tun sich aber zwei hauptsächliche Probleme auf: Zunächst ist der Unterricht in der Regel teuer und der Eintritt in Schwimmbäder in Hamburg ist sehr hoch. Selbst wenn finanzielle Unterstützung da wäre, ist es außerdem sehr schwer, Beckenzeiten zu bekommen. Ein weiteres Problem ist, dass Familienkurse angeboten werden müssten oder eine zeitgleiche Kinderbetreuung. Familienkurse seien aber nicht erwünscht, da Erwachsene und Kinder grundsätzlich getrennt unterrichtet werden sollten. Die DLRG bietet in Kooperation mit den Unterkünften kostenfreie Schwimmkurse an, diese sind aber in der Regel sehr schnell ausgebucht.

Aufgrund der Gefahr, die im Sommer von öffentlichen Badeseen im Hamburger Umland ausgeht und der Vorkommnisse am vergangenen Wochenende, verwies der Flüchtlingskoordinator Anselm Sprandel auf Infobroschüren über Baderegeln, die in den Unterkünften in verschiedenen Sprachen ausgelegt seien. Er bestätigte aber auch, dass man über ein genaueres Angebot an Schwimmkursen nachdenken werde.

Die DLRG fordert außerdem das Einsetzen von Rettungsschwimmern auch an Hamburger Badeseen, da Warnschilder nicht ausreichen würden und oft nicht gelesen werden könnten.

(Quelle: NDR online, Mopo online)

Falsche Impfungen bei Flüchtlingsbabys

Im vergangenen Jahr sollen zahlreiche Flüchtlingsbabys in Hamburg falsch geimpft worden sein. Bereits drei Monate alte Babys sollen die Kombi-Impfung gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken erhalten haben,  obwohl diese erst zwischen elf und 14 Monaten vergeben werden sollten.

Der Hamburger Landesverband für Kinder- und Jugendärzte hatte auf die falschen Impfungen aufmerksam gemacht. Die Impfungen, die vom privaten Dienstleister MVZ (medizinisches Versorgungszentrum) durchgeführt wurden, seien aber nirgendwo genauer vermerkt, sodass es keine Fallbeispiele gebe, was ein Überprüfen der Fälle schwierig macht. Das MVZ wies die Vorwürfe zurück. Die Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) erklärte, dass es seitens der Behörde keine Qualitätskontrollen gegeben habe, weil es sich beim MVZ um Fachärzte handelte, die nicht von weiteren Fachärzten überprüft werden bräuchten. Mit den Vorwürfen des Hamburger Landesverband für Kinder- und Jugendärzte ist sie stark unter Druck gesetzt.

(Quelle: Mopo)