Hamburg KW 21/22

Ramadan in den Erstunterkünften

Metallzaun um Notunterkunft

Asylklagen vor Verwaltungsgericht

Masterplan der Integration gefordert


Ramadan in den Erstunterkünften

Am 06.06. beginnt Ramadan – der Fastenmonat im Islam. Etwa 3000 Muslime in Hamburger Erstaufnahmen werden daran teilnehmen. Da die Bewohner in den Erstaufnahmen nicht selbst kochen können, sondern ihre Mahlzeiten von einem Caterer geliefert bekommen, mussten hier einige Vorbereitungen getroffen werden. Der Koordinierungsstab für Flüchtlinge und Fördern und Wohnen haben dementsprechend gemeinsam mit den Caterern alternative Zeiten ausgehandelt. Zunächst sollten alle Bewohner, die Ramadan begehen wollen, sich im Sozialmanagement der Unterkünfte melden. Daher ist die Anzahl der fastenden Bewohner von Erstaufnahmen bekannt.

In den meisten Unterkünften sollen die Caterer im Ramadan Monat zwischen 21.45 und 22.30 eine warme Mahlzeit für alle Fastenden ausgeben, so wie ein Lunchpaket für das Ende der Nacht. Alle anderen Bewohner kriegen ihre Mahlzeiten zu den gewohnten Zeiten. Für die Einrichtungen, in denen dies nicht klappt, kündigte der Vorsitzende des Hamburger Moscheenzusammenschlusses an, dass bestimmte Moscheen Patenschaften übernehmen würden und ein gemeinsames Fastenbrechen organisieren werden. Auch das ärztliche Personal in den Unterkünften werde ein besonderes Auge auf die Fastenden haben, insbesondere die Älteren, die Gefahr laufen können, zu dehydrieren.

(Quelle: taz)

Metallzaun um Notunterkunft

Die erste Notunterkunft in Hamburg wurde im vergangenen Jahr in Jenfeld in einem Park als eine riesige Zeltstadt errichtet. Heute leben hier 450 Menschen, inzwischen nicht mehr in Zelten sondern in einfachen Holzhütten á 10 Personen. Die Erstaufnahme galt als vorübergehende Einrichtung / Notunterkunft, bis vergangene Woche von der Stadt ein 50.000 Euro teurer Metallzaun um die Unterkunft errichtet wurde. Auf Anfragen der Linken Fraktion, erklärte der Senat, die Umzäunung sei wichtig, um Unkontrolliertes Betreten und Verlassen zu verhindern.

Der Zaun löste Verwirrung bei den Anwohnern und Bewohnern aus, die alle davon ausgingen, die Unterkunft sei nicht mehr von allzu langer Dauer.

(Quelle: NDR 90,3)

Asylklagen vor Verwaltungsgericht

Mehr als ein Viertel der Asylentscheidungen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge seien im vergangenen Jahr vor Gericht angefochten worden, das entspricht für das Jahr 2015 73.000 Klagen. Dies verkündete der Staatssekretär des Bundesinnenministeriums auf dem 18. Verwaltungsgerichtstages in Hamburg. Die Tendenz sei eher steigend, die Gerichte seien überlastet. Asylklagen vor dem Verwaltungsgericht waren ein wichtiges Thema auf dem Verwaltungsgerichtstag vergangene Woche. Die Gerichte fordern die Einstellung von mehr Richtern und eine bessere Bezahlung anlässlich des großen Ansturms.

(Quelle: NDR; Abendblatt)

Masterplan der Integration gefordert

Die Volksinitiative gegen Großunterkünfte fordert einen Masterplan für Integration nach dem Berliner Vorbild. Dies sei auch Bestandteil der immer noch laufenden Gespräche mit der Regierungskoalition, die eine Volksabstimmung verhindern sollen. Hauptthema sei hier aber immer noch die Unterbringung in Großunterkünften.

Der Berliner Masterplan wurde bereits Mitte März vom Senat auf 76 Seiten verfasst und enthält eine detaillierte Beschreibung, wie eine erfolgreiche Integration von Flüchtlingen auszusehen habe, einschließlich Ankunft, Eingliederung in den Arbeitsmarkt und Teilhabe am gesellschaftlichen Handeln. Einen solchen Plan fordert die Volksinitiative nun auch für Hamburg.

(Quelle: NDR)