Hamburg KW 17

Ungleichbehandlung für Flüchtlingskinder

Verbot der Essensmitnahme in Erstaufnahmen

Neues aus den Unterkünften

Geflüchtete Studenten an die Unis!

Debatte um Bürgerbegehren gegen Großunterkünfte

Gründung eines Dachverband der integrativen Flüchtlingsarbeit 


Ungleichbehandlung für Flüchtlingskinder

Am Friedrich-Ebert-Gymnasium in Harburg dürfen die Flüchtlingskinder aus einer nahen Unterkunft, die auf dem Gelände der Schule in Baucontainern unterrichtet werden, nicht gemeinsam mit den Schülern der Schule Pause machen, sondern müssen eine halbe Stunde später auf den Schulhof gehen, wenn die offizielle Pause vorbei ist. Die Schüler der Schule, sowie die Schüler aus der Unterkunft verstehen laut Mopo die Regelung der Schule nicht und empfinden sie beiderseitig als unfair. Sie würden sich wünschen, sie könnten Kontakt zu den anderen Kindern aufnehmen. Der Schulleiter erklärte der Mopo, seine Lehrer seien nicht befugt, diese Schüler in der Schule zu beaufsichtigen, da die 90 jungen Geflüchteten zur benachbarten Stadtteilschule Maretstraße gehören und aus Platzgründen in den Containern auf dem Gelände des Gymnasiums unterrichtet werden. Die Lehrer der geflüchteten Schüler müssten selbst auf sie aufpassen, dies sei in gemeinsamen Pausen aber zu kompliziert, weil z.B. die Schüler sich über Fußballtore streiten könnten und die verschiedenen Zuständigkeiten der unterschiedlichen Lehrkräfte die Sache unnötig chaotisch machen könnten. Der Schulbehörde-Sprecher begründete die Entscheidung dagegen damit, dass die geflüchteten Kinder aufgrund von umständlicheren Schulwegen erst um 08:30 Uhr anfangen würden und deshalb auch erst eine halbe Stunde später Pause machen dürften.

Nach den Sommerferien würden aber alle Schüler zum Friedrich-Ebert-Gymnasium gehören und dürften dann dementsprechend auch gemeinsam Pause machen.

(Quelle: Mopo)

Verbot der Essensmitnahme in Erstaufnahmen

In den Erstaufnahmen in Hamburg ist es untersagt, dass die Bewohner Essen mit auf die Zimmer nehmen. Dies stellt vor allem für die kleineren Kinder ein Problem dar, für die die drei Mahlzeiten am Tag nicht genügen, weil sie drei große Mahlzeiten noch nicht schaffen. Aus diesem Grund wurden im Februar akute Mangelerscheinungen und überdurchschnittlich häufige Infektionskrankheiten bei Kindern in den Hamburger Unterkünften aufgedeckt. Die Regierungsfraktion der Grünen äußerte diesbezüglich insbesondere gegenüber dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) scharfe Kritik – in mind. 3 Unterkünften des DRK wurden laut Hamburger Abendblatt Kinder beim Verlassen des Speisesaals darauf untersucht, ob sie Lebensmittel eingesteckt hatten. Andere Unterkunftsträger setzten dieses Verbot nicht mit Kontrollen durch.

(Quelle: Hamburger Abendblatt)

Neues aus den Unterkünften

Die Tagesaufnahmestätte im Bieberhaus am Hauptbahnof, die zeitweise als Unterkunft für Transitflüchtlinge diente, wird am 15. Mai aufgrund der weiterhin sinkenden ankommenden Flüchtlinge geschlossen.

In Hamburg-Lohbrügge ist es am Samstag-Abend in einer Unterkunft zu einer Massenschlägerei gekommen, bei der sich am Ende 50 Leute gegenüber standen und ein Mann ins Krankenhaus kam. Die Polizei fuhr mit 10 Streifenwagen auf.

In Stellingen ist eine neue Unterkunft für bis zu 200 Bewohner geplant. Für Interessierte gibt es am 9. Mai eine Infoveranstaltung.

(Quelle: Mopo online, Hamburger Abendblatt online, NDR online)

Geflüchtete Studenten an die Unis!

Nach einem Bürgerschaftsbeschluss sollen in Hamburg geflüchtete junge Erwachsene leichter an einen Studienplatz kommen. Bei der Vergabe von Studienplätzen soll in Zukunft bei Nicht-EU-Bürgern neben Eignung und persönlicher Motivation auch das persönliche Schicksal berücksichtigt werden. Die Gesamtzahl der verfügbaren Studienplätze wird dabei aber voraussichtlich nicht erhöht.

(Quelle: Hamburger Abendblatt online)

Debatte um Bürgerbegehren gegen Großunterkünfte

Die Hamburger Bürgerbegehren gegen Großunterkünfte haben inzwischen insgesamt in allen Bezirken etwa 16.000 Unterschriften eingereicht. Die Bezirke hatten die Bürgerbegehren zuvor für unzulässig erklärt, woraufhin die Initiative Widerspruch einreichte. Derzeit wird auf die Erklärung der Finanzbehörde gewartet, welche Position im Recht sei. Sollte die Finanzbehörde dem Hamburger Senat zustimmen, wird der Fall vor das Verwaltungsgericht getragen werden.

(Quelle: Hamburger Abendblatt online)

Gründung eines Dachverband der integrativen Flüchtlingsarbeit 

Vertreter von etwa 70 Vereinen, die teilweise seit Jahren integrative Flüchtlingsarbeit leisten, haben sich vergangene Woche getroffen, um sich zu einem Dachverband zusammenzuschließen. Grund dafür sei das Bedürfnis, eine zentrale Interessenvertretung zu schaffen, um in der Öffentlichkeit und in der Hamburger Politik wahrgenommen zu werden und um den Bürgerinitiativen gegen den Bau von Unterkünften entgegenzutreten. Ein erstes Ziel dabei sei, eine bessere Vernetzung durch eine gemeinsame Kommunikationsplattform zu schaffen und einheitliche Standards bei der Integrationsarbeit zu leisten.

(Quelle: Hamburger Abendblatt online)