Hamburg KW 15

Geplante Flüchtlingsunterkunft in Blankenese

Harburger Kreisverband der Grünen gegen Massenunterkünfte

Großraumsiedlungen – ja oder nein?!


Geplante Flüchtlingsunterkunft in Blankenese

Nachdem Anwohner vor zwei Wochen in Blankenese einen Baustopp für eine geplante Flüchtlingsunterkunft erreicht hatten, haben mehrere 100 Anwohner am Donnerstag, den 14.04.2016 friedlich FÜR eine Unterbringung der Flüchtlinge in Blankenese unter dem Motto: „Blankenese für Flüchtlinge“ demonstriert (laut Polizei 800 Teilnehmer).

Das Oberverwaltungsgericht will kommende Woche eine Entscheidung verkünden, wie weiter vorgegangen wird und ob die Beschwerde der Bürger, die zu einem Baustopp führte, rechtens sei. Die Elbvororte wurden bei der Unterbringung von Flüchtlingen bisher nahezu ausgespart, die ersten 192 Flüchtlinge in Blankenese, die in die geplante Unterkunft ziehen sollen, hätten ohnehin eher symbolischen Charakter und Dirk Kienscherf von der SPD-Fraktion Blankenese sagte dem NDR, dass die Stadt versuchen werde, eine Gleichverteilung hinzukriegen. Es werde nicht akzeptiert, dass dort, wo sich die Anwohner Anwälte leisten könnten, Flüchtlingsunterbringung nicht zustande käme

Als Reaktion auf den durch Bürger erreichten Baustopp und die sich daraus ergebende Debatte zur Unterkunft in Blankenese, bezeichneten verschiedene Kommentatoren der Hamburger Presse die Blankeneser als Schnösel, die Autos seien Drittwagen, Blankenese nicht mehr als ein Wohlstandsghetto.

Quelle: NDR online, Hamburger Abendblatt online


Harburger Kreisverband der Grünen gegen Massenunterkünfte

In Harburg hat sich der Kreisverband der Grünen gegen die Unterbringung von Flüchtlingen in Massenunterkünften / Großsiedlungen gewandt. Damit ist der Harburger Kreisverband der erste grüne Verband, der eine Alternative zur geplanten Unterbringung fordert. Laut Hamburger Abendblatt heißt es in der Erklärung der Grünen-Bezirksfraktion, das entscheidende Argument sei die starkt reduzierte Möglichkeit der Integration. Auf der nächsten Parlamentssitzung werde die Grünen-Fraktion der Hamburger Bezirksversammlung deshalb einen Antrag stellen, in dem der Senat aufgefordert werden soll, eine Kampagne für zusätzlichen Wohnraum zu entwickeln (Alternativen für Großsiedlungen: ungenutzte Zimmer, Einliegerwohnungen, Zwischennutzung vor Sanierung oder Abbruch etc. Außerdem soll es finanzielle Anreize für Anbieter geben).

Quelle: Hamburger Abendblatt online


Großraumsiedlungen – ja oder nein?!

Laut Hamburger Medien ist das die Frage, die die Stadt momentan spaltet. Wenn die vor zwei Wochen eingereichten Bürgerbegehren in verschiedenen Stadtteilen zustande kommen sollten und genügend Unterschriften zusammen kommen, dann könnte es möglicherweise Ende des Jahres noch einen Volksentscheid in Hamburg geben. Zu dem Thema können bis Anfang nächster Woche Fragen an den Bürgermeister Olaf Scholz an den NDR geschickt werden. Am 28.04. um 18:00 Uhr ist Olaf Scholz dann im NDR Fernsehen im Hamburg Journal zu sehen und beantwortet die Fragen der Zuschauer. Außerdem findet am 29.04. von 10:00-18:00 Uhr das Abendblatt-Forum in den Redaktionsräumen des Hamburger Abendblattes statt, wo ebenfalls mit verschiedenen zuständigen Politikern zu dem Thema diskutiert wird (jeweils 90 Minuten mit Olaf Scholz, Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD), Innensenator Andy Grote (SPD) und Flüchtlingskoordinator Anselm Sprandel). Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung kann über Telefon oder die Geschäftsstelle des Hamburger Abendblattes erfolgen.

Quelle: Hamburger Abendblatt, NDR online