31. Januar 2017 – Geflüchtete und der Immobilienmarkt – Schlussreflexion

Rückblick und Ausblick von S.

Als wir uns zum ersten Mal zusammensetzten und über mögliche Projektideen redeten, kristallisierte sich schnell das Thema des Immobilienmarktes heraus. B. erzählte mir, was er sich vorgestellt hatte und ich konnte ihm bestätigen, dass der Immobilienmarkt für Geflüchtete eine schwere Hürde auf dem Weg der Integration sei.

So entstand die Idee, ein Seminar/eine Webseite/einen Flyer o.a. zu gestalten, um den Geflüchteten in dem Punkt ein wenig zu helfen. Es gibt zwar viele Organisationen, die einem bei der Wohnungssuche helfen und begleiten, jedoch finde ich es wichtig, den Geflüchteten so viel Eigenständigkeit wie möglich zu geben, gerade auch im Hinblick auf das weitere Leben in Deutschland, da es sicherlich nicht die letzte Wohnungssuche ist.

Auch für mich war das Thema „Immobilienmarkt“ Neuland, wohne ich doch noch bei meinen Eltern und musste mich bisher nicht mit dem Thema befassen. B. dagegen kennt sich als Immobiliensachverständiger bestens auf dem Markt aus. So waren die Rollen klar verteilt: Ich sollte die Räumlichkeiten, Dolmetscher und Materialien organisiere und er sein Wissen rund um den Immobilienmarkt einbringen, in das ich mich separat einlesen wollte.

Aus dieser Aufteilung wird klar, dass die Arbeit in der Folge getrennt ablief. Wir haben uns ab und an abgesprochen und ausgetauscht. B. war Anfang Dezember 2016 bereits mit seinem Teil fertig. Ich dagegen bekam organisatorisch einige Steine in den Weg gelegt. Die Bereichsleitung von fördern & wohnen, Träger des Flüchtlingsheims, in dem ich ehrenamtlich tätig bin, meinte von heute auf morgen, dass der von meiner Initiative gestaltete Raum nun plötzlich viel, viel mehr zu nutzen sei und das Sozialmanagement doch bitte innerhalb von zwei Tagen einen neuen Belegungsplan erarbeiten soll.

Zeit für Absprachen mit den Ehrenamtlichen? Fehlanzeige. So wurden wir vor vollendete Tatsachen gestellt und konnten nur noch minimale Änderungen vornehmen. Zusätzlich dazu soll der Raum nun auch noch umbenannt werden. Ob da die Bereichsleitung oder das Sozialmanagement dahintersteckt – diejenigen scheinen Langeweile zu haben. So mussten getroffene Absprachen und Zusammenarbeiten erst einmal wieder aufgekündigt werden und müssen neue Termine etc. gefunden werden.

Das ist der Stand, auf dem unser Projekt jetzt ist. Nun muss geschaut werden, wie und in welchem Umfang es weitergeht. Da B. aus verschiedenen Gründen nicht mehr dabei sein kann, stellen sich für mich einige Fragen:

  • Inwieweit kann ich das Seminar auch ohne siene Hilfe noch veranstalten? Natürlich kann ich mich noch intensiver in das Thema einarbeiten, das Knowhow von B. werde ich dabei nicht erreichen.
  • Inwieweit wäre eine andere Form der Wissensweitergabe durch (eigene) Website/ einen Flyer eine slternative Option?
  • Inwieweit wäre eine Zusammenarbeit mit anderen Organisationen (Zimmerfrei etc.) eine gute Option?

All diese Fragen gilt es in der nächsten Zeit zu klären. Dabei ist die Entscheidung von meiner zu schreibenden Bachelorarbeit, meiner beruflichen sowie privaten Situation abhängig. In jedem Fall werde ich das Projekt bestmöglich zum Abschluss bringen. Dieses Ziel habe ich für uns und für die Geflüchteten, denen ich damit helfen kann.