fördern&wohnen, Erstaufnahmeeinrichtung Niendorfer Straße

Exkursion am 24. November 2016

Exkursionsteilnehmer/innen: Dane, Linda, Fee, Maria
Gesprächspartner/innen: Petra Knust (Leiterin der Erstaufnahme) und Marina (Sozialpädagogin im Anerkennungsjahr)

Was ist und was macht fördern&wohnen?

f & w fördern und wohnen AöR ist ein soziales Dienstleistungsunternehmen der Freien und Hansestadt Hamburg. In und um Hamburg unterstützt f & w Menschen in individuellen Lebens- und Problemlagen.

f & w bietet ambulante und stationäre Hilfen für Menschen mit Behinderungen, psychischen oder Suchterkrankungen an. Für obdach- und wohnungslose Menschen, Flüchtlinge und Asylbewerber stellen sie an rund 130 Standorten Unterkünfte zur Verfügung.

Die Niendorfer Straße ist eine zentrale Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber. Das Angebot der Einrichtung gewährleistet eine 24 stündige Aufnahme und Bettzuweisung. Außerdem wird eine soziale Beratung angeboten, die zum Teil auch verpflichtend ist, d.h. von den Asylbewerbern wahrgenommen werden muss. Die Asylbewerber haben die Möglichkeit eine hausärztliche Sprechstunde zu besuchen und werden medizinisch versorgt. f & w bietet täglich drei Mahlzeiten an. Außerdem gibt es eine Kinderbetreuung, die extern ist und durch eine Stiftung gesponsert wird. Freizeitangebote sind im Aufbau.

In der Erstaufnahmeeinrichtung befindet sich eine Schule, denn sobald die Kinder von Asylbewerbern sechs Jahre alt sind, müssen sie eine Schule besuchen. Außerdem finden in der Einrichtung Deutschkurse statt und für Mütter wird ein Kurs angeboten, der sich mit Kindererziehung befasst.

Mit wem haben wir gesprochen?
Was ist seine/ihre Funktion?

Wir haben mit Petra Knust gesprochen, die die Erstaufnahme Niendorfer Straße leitet. Sie ist dafür zuständig, dass der Ablauf in der Erstaufnahme reibungslos ist und sie leitet die Geschäfte. Das heißt sie ist sowohl übergeordnet tätig, als auch innerhalb der Einrichtung in der Sozialberatung. Sie hat z.B. dafür gesorgt, dass es in der Einrichtung eine Kinderbetreuung geben kann. Bei dem Gespräch war außerdem Marina anwesend, die Sozialpädagogin im Anerkennungsjahr ist.

Was haben wir erlebt, erfahren, mitgenommen?

Petra Knust hat uns durch die Einrichtung geführt. Sie hat uns ein Zimmer gezeigt, das normalerweise für Asylbewerber genutzt wird, die unter Quarantäne stehen. Die gesamte Einrichtung besteht aus Containern, ein Zimmer besteht aus einem Container. Es ist sehr schmal, aber es ist alles nötige vorhanden. Normalerweise vier Betten, ein Tisch und vier Schränke. Handelt es sich um ein Zimmer für eine Familie mit z.B. fünf Personen, wird eine Ausnahme gemacht und ein fünftes Bett zur Verfügung gestellt. Das Klima in den Containern ist relativ schlecht, im Sommer sehr warm und im Winter sehr kalt, bzw. es muss viel geheizt werden. Die Asylbewerber dürfen keine Kochplatten, (eigene) Vorhänge usw. in ihrem Zimmer haben. Deshalb werden immer wieder unangekündigte Rundgänge gemacht, bei denen kontrolliert wird, ob sich alle an diese Richtlinien halten.

Was die Kinderbetreuung angeht, hat es sich zu Beginn wohl als schwierig erwiesen, dass die Kinder die ganze Zeit, von 9-13 Uhr in der Betreuung geblieben sind. Sie sind immer, wenn sich die Möglichkeit bot, zu ihren Eltern in die Zimmer, um Süßigkeiten zu essen o.ä. Inzwischen gibt es einen kleinen abgezäunten Bereich draußen, in dem die Kinder sich auch draußen aufhalten können, während der Betreuungszeit. In dieser Zeit haben die Mütter die Möglichkeit an Freizeitangeboten und Deutschkursen teilzunehmen bzw. Zeit für sich zu beanspruchen.
In der Einrichtung befinden sich Familien und alleinstehende Personen aus u.a. Syrien, Afghanistan, dem Iran, Irak, der Ukraine und Russland. Das Gelände ist eingezäunt und am Empfang ist ein Sicherheitsunternehmen dafür zuständig, dass sich alle Asylbewerber ausweisen, wenn sie das Gelände verlassen oder betreten. Wir als Besucher mussten uns auch ausweisen und den Ausweis am Empfang lassen, für die Dauer unseres Aufenthalts.

Durch die Freiheitseinschränkungen wird die Sicherheit und der strukturierte Ablauf in der Erstaufnahme gewährleistet.

Das Gespräch mit Petra Knust war sehr aufschlussreich und hat gleichzeitig viele Fragen aufgeworfen, die im Vorfeld noch nicht vorhanden waren. Wie ist zum Beispiel das richtige Verhältnis zwischen Anteilnahme und Distanz in diesem Job?