Flüchtlingszentrum Hamburg – Zentrale Information und Beratung für Flüchtlinge gGmbH (2. Juni 2016)

Gesprächspartnerin: Anne Helberg, Flüchtlingsberaterin

Das Flüchtlingszentrum fungiert als DIE Beratungsstelle für neu angekommene Geflüchtete in Hamburg, die noch nicht im Asylverfahren sind. Die Mitarbeiter/innen leisten eher sozial geleitete Beratung, während für juristische Fragen die Beratungsstelle “Fluchtpunkt” zuständig ist.


Das multikulturelle Team berät in den Sprachen: Arabisch, Bosnisch, Dari, Deutsch, Englisch, Farsi, Französisch, Italienisch, Kroatisch, Pashtu, Polnisch, Russisch, Kurdisch-Sorani, Serbisch, Spanisch und Ukrainisch.

Im Wesentlichen bietet das FZ folgende Unterstützung an: Orientierungsberatung (Erstorientierung im Umgang mit Behörden, Ämtern und anderen wichtigen Anlaufstellen), Verfahrensberatung (Information über die einzelnen Schritte des Asylverfahrens von der Antragstellung bis zum Abschluss), Perspektivenberatung (Information  über ausländer- und asylverfahrensrechtliche Zusammenhänge mit dem Ziel der Herausbildung einer nachhaltigen Lebensperspektive, zu Fragen von Ausbildungs- und Arbeitsmöglichkeiten und weiteren Integrationsangeboten), Verweisberatung (Information über Angebote der Regeldienste und sonstiger vorrangig zuständiger Dienste).

Vermittlung von Deutschkursen
Anspruch auf Integrationskurse haben nur

  • Asylbewerber/innen mit einer Aufenthaltsgestattung gemäß § 55 Abs. 1 AsylG,
  • Ausländer/innen mit einer Duldung gemäß § 60a Abs. 2 Satz 3 AufenthG sowie
  • Ausländer/innen mit einer Aufenthaltserlaubnis gemäß § 25 Abs. 5 AufenthG,

die aus den folgenden Herkunftsländern kommen: Iran, Irak, Syrien, Eritrea. (vgl. Merkblatt zum Integrationskurs des BAMF).
Diese gesetzliche Bedingung macht es für viele Geflüchtete unmöglich an den staatlich geförderten Kursen teilzunehmen. Für solche setzt sich das FZ ein.

Besondere Angebote darüber hinaus:

1. Clearingstelle Gesundheitsversorgung Ausländer

Asylbewerber/innen ohne Aufenthaltstitel haben keine Krankenversicherung. Das FZ stellt ihnen ein Handy zur Verfügung, das sie im Notfall verwenden können. So haben Sie Zugang zu kostenloser medizinischer Versorgung. Im Fall von Krankheit oder Notwendigkeit besonderer Behandlungen (Bsp. Schwangerschaft) können, nach Beantragung und Anerkennung der Notwendigkeit, die Kosten vom Staat übernommen werden.

2. Clearingstelle zur Betreuung von Kindern ohne Aufenthaltsstatus

Kinder ohne Aufenthaltsstatus im Alter von 2 – 6 Jahren (ab dem 01.08.2013 im Alter von 1 – 6 Jahren) können von der Clearingstelle in die Regelbetreuung der Hamburger Kindertageseinrichtungen vermittelt werden. Das Angebot ist besonders hilfreich, da die Plätze in KiTas stark beschränkt und die Aufnahmebedingungen strikt sind. Die KiTa hat eine Schweigepflicht bezüglich Identität der Eltern und Kindes.

3. Rückkehrerberatung

Viele Geflüchtete sind enttäuscht, wenn sie mit den Bedingungen eines Lebens hier konfrontiert werden. Die Wartezeiten für viele Prozesse sind lang, die kontinuierliche Unsicherheit eine große Belastung. (z.B. dauert die Wartezeit für die Beantragung von Familiennachzug derzeit 15 Monate oder länger). Das FZ berät Rückkehrinteressierte Menschen individuell über die Möglichkeiten und Voraussetzungen einer freiwilligen Rückkehr in die Heimatstaaten. Dazu gehört auch die Beratung zu finanziellen Fördermöglichkeiten. Das FZ unterstützt bei der Vorbereitung und Organisation der freiwilligen Rückkehr.

Hier finden Sie die Website und den Flyer des Flüchtlingszentrums.