FAZIT der FES-Studie „Dschihadistische Radikalisierung und staatliche Gegenstrategien“ (2015)

„Gewaltbereite islamistische Extremisten und Djihadisten haben neben anderen, sicherlich auch individuellen und sozialen Ursachen, einen Nährboden in einer Unwillkommenskultur in Deutschland für den Islam. Staatliche Prävention muss also zuerst bei Maßnahmen ansetzen, die zu einer neuen Willkommenskultur für Muslime in Deutschland führt, die den Islam mit den anderen Religionen gleich behandelt. Das gilt auch für die Unterstützung von Moscheevereinen. Gleichzeitig muss das Repressionsinstrumentarium, das dem Staat zur Verfolgung von Straftätern und zur Unterbindung von Hasspredigern zur Verfügung steht, ausgeschöpft werden.

Hier sind auch die Muslime und ihre Moscheevereine gefragt, ihrerseits deutlicher gegen Extremisten und Djihadisten vorzugehen als bisher. Die derzeitige Anziehungskraft von Organisationen wie dem Islamischen Staat im Irak und Syrien oder Al Nusra mag abnehmen. Die frühere Erfahrung mit Ausreisen von Djihadisten zu Al Quaida und den Taliban in Afghanistan, auch nach Tschetschenien und in den Kaukasus, zeigt, dass die Rekrutierung von Djihadisten für künftige andere Konflikte ein Problem bleiben wird, wenn es nicht gemeinsam gelingt, den Nährboden für sie möglichst klein zu halten.“

Quelle: http://library.fes.de/pdf-files/dialog/11196.pdf (Seite 14)