Bezirksamt Wandsbek (25. Mai 2016)

IMG_1569 

Am 25.Mai 2016 haben sich drei Teilnehmerinnen des Seminars und Herr Struß im Bezirksamt Wandsbek mit der Abteilungsleiterin der Ausländerangelegenheiten Frauke Rieke getroffen.

Da der Fachbereich Ausländerangelegenheiten mittwochs für Kunden geschlossen ist, konnte uns Frau Rieke zuerst einmal durch die Räumlichkeiten der Abteilung führen. Diese sind eher beschränkt, jeweils zwei Sachbearbeiter/innen teilen sich einen Raum. Wenn sich dann mal zwei vierköpfige Familien zeitgleich in dem Raum befinden würden, sei es schon eng, so wurde uns berichtet.

Nach der kurzen Führung durch die Abteilung ging es dann weiter in das Büro des Bezirksamtleiters, wo Frau Rieke uns weiter über die Abläufe und Zustände des Bezirksamtes erzählte.

Interessant fanden wir dabei, dass zum Beispiel Dolmetscher, bis auf wenige Ausnahmen (Gebärdendolmetscher), immer selbst von den Kunden mitgebracht werden müssten. Oft käme es aber auch vor, dass sich im Wartesaal gegenseitig geholfen würde, was sprachliche Barrieren angehe. Die Gespräche zwischen Sachbearbeiter und Kunde würden generell nur auf deutsch stattfinden, da es sonst aufgrund der Sprache zu noch mehr Missverständnissen kommen würde, die es eh schon gäbe. Formulare gäbe es allerdings in verschiedenen Sprachen.

Anders als zum Beispiel in Berlin seien die verschiedenen Behörden in Hamburg dezentralisiert, was auf der einen Seite natürlich vor allem zeitlicher Aufwand für die Betroffenen bedeutet, auf der anderen Seite aber, verglichen mit zum Beispiel dem LaGeSo in Berlin, wo sich alle Ausländerangelegenheiten in einem Gebäude befinden, deutlich geregelter funktioniert.

Ein großes Problem, das sich für die Mitarbeiter der Abteilung Ausländerangelegenheiten darstelle, sei die sich ständig ändernde Gesetzeslage. So sei es praktisch gar nicht möglich, immer sofort auf dem neuesten Stand zu sein. Folglich könne es vorkommen, dass Bezirke unterschiedlich arbeiten.

Ebenso sei der Personalmangel ein deutliches Problem. Derzeit arbeiten 16 Sachbearbeiter/innen inklusive Teilzeit-Arbeiter/innen in der Abteilung Ausländerangelegenheiten im Bezirksamt Wandsbek, eine Stelle sei zudem unbesetzt.

Täglich würden ca. 100 Wartenummern verteilt (je nach Anzahl der Sachbearbeiter). Mit Terminvereinbarungen würde nicht gearbeitet werden, da diese durch Leerlauf-Phasen zeitlich weniger effizient seien. Nach der Öffnung um 7.30 wären meistens die 100 Wartenummern schon um 8.00 verteilt.

Für mehr Personal sei aber wiederum auch kein Platz mehr, was einen weiteren Engpass darstelle.

Insgesamt hat uns die Exkursion allen sehr gut gefallen, es war spannend, auch nach den vorherigen theoretischen Vorträgen zu den Behörden in unserem Seminar, tatsächlich den Fachbereich Ausländerangelegenheiten kennenzulernen und über offene Fragen zu sprechen.