17. Januar 2017: Meine Geschichte – Aus dem Irak nach Deutschland

Mein Name ist Mohammed und ich bin 22 Jahre alt.  Seit genau einem Jahr und zwei Monaten befinde ich mich in Deutschland und komme ursprünglich aus dem Irak. Zusammen mit meiner Familie, das sind meine Eltern und meine 14-jährige Schwester Fatima, sind wir aus Bagdad nach Deutschland geflüchtet.

Hier in Hamburg lebten wir zunächst in Bergedorf – die Unterkunft jedoch war so schlecht ausgestattet, dass meine Mutter sehr darunter litt und krank wurde. So durften wir die Unterkunft wechseln und kamen in die zentrale Erstaufnahme in Neugraben. Da blieben wir insgesamt ein Jahr. Es war ganz in Ordnung, doch ziemlich voll und der Geräuschpegel war aufgrund der vielen Kinder schwierig zu ignorieren. Die ZEA schreibt eine maximale Aufenthaltsdauer von einem Jahr vor, sodass wir aus Neugraben wegziehen mussten.

So wurden wir nach Fuhlsbüttel geschickt und lebten in einer Einrichtung, die von fördern und wohnen AÖR betrieben wurde. Dort machten wir leider nur schlechte Erfahrungen, da die Organisation einfach schlecht war und es kaum eine gewisse soziale Betreuung gab. Um uns wurde sich einfach nicht genug gekümmert. Meine Mutter wurde wieder krank und begab ich mich wieder zur weiteren Suche nach einer hoffentlich guten Einrichtung. Vor lauter Verzweiflung und Sorge um meine geliebte Mutter kontaktierte ich sogar die Polizei, die uns keine Lösung gab. So langsam hatte ich das Gefühl, dass uns einfach keiner helfen wollte. Voller Enttäuschung machte ich mich auf dem Rückweg nach Fuhlsbüttel, wo uns glücklicherweise eine Lösung vorgeschlagen wurde: Wir könnten zurück in die zentrale Erstaufnahme nach Neugraben zurück. Nebenan wurde momentan die Folgeunterkunft gebaut und uns wurde versprochen, dass sobald alles fertig eingerichtet ist, wir schnellstmöglich dahinziehen können.

Dies war eine der besten Nachrichten, die ich gehört habe. Dadurch konnte Fatima wieder zur Schule gehen, da diese sich nicht weit von der Unterkunft befindet und ich konnte anfangen bei McDonalds zu arbeiten. Außerdem bedeutet dies für uns eine eigene Wohnung zu haben – nun müssen wir uns nicht ständig Container teilen und können das kochen, was wir wollen. Einfach freier und selbstständiger würde unser Leben werden.

Anfang Januar 2017 war es dann so weit: das ganze Gepäck aus unserem Container wurde rübergebracht und nun haben wir unser eigenes kleines Reich. Darüber bin ich sehr glücklich.