13. Dezember 2016: Interkultureller Austausch in der Welcome Lounge – Weiterentwicklung

Hintergrund zum Projekt „Interkultureller Austausch in der Welcome Lounge“ von Welcome to Barmbek

Im Hamburger Stadtteil Barmbek wurde im Herbst 2014 die Bürgerinitiative „Welcome to Barmbek“ gegründet, um in vielfältiger Weise Flüchtlingsarbeit zu gestalten. Diese Initiative bildet ein Dach für viele Einzelprojekte wie etwa die Betreuung Geflüchteter in den Wohnunterkünften, die Organisation von Deutsch-Kursen und die Etablierung der Welcome Music Session im Barmbeker Kulturzentrum Zinnschmelze.

Ein weiteres Teilprojekt von „Welcome to Barmbek“ ist der „Interkulturelle Austausch“, der in der Welcome Lounge der Initiative im Wiesendamm 30 (zwischen Bahnhof Barmbek und U-Bahn Haltestelle Saarlandstraße, U3) stattfindet.

Die Welcome Lounge bietet Raum für die Begegnung von Geflüchteten und Hamburger BürgerInnen und wird von ehrenamtlich tätigen Personen, die sich bei „Welcome to Barmbek“ engagieren, organisiert.

Ziel ist es, einen Raum zu schaffen, in dem Probleme (z.B. mit der Behördenpost) bearbeitet werden können und in dem man auch einfach zur Ruhe kommen kann, wenn die Wohnsituation in der jeweiligen Unterkunft dies nicht zulässt (z.B. aus Angst vor einer Abschiebungsanordnung).

Die Räumlichkeiten der Welcome Lounge werden außerdem für unterschiedliche Veranstaltungsformen und Aktivitäten genutzt (z.B. Tanzkurs, Singen, Deutsch-Unterricht, Bandproben). Der Fokus dieses Berichts liegt auf einem bestimmten Angebot in der Welcome Lounge: dem „Interkulturellen Austausch“ mit Geflüchteten aus Eritrea.

Interkultureller Austausch mit Geflüchteten aus Eritrea

Eritrea ist ein Land in Nordostafrika, das aus einem jahrzehntelangen Bürgerkrieg hervorgegangen ist und erst 1993 formal unabhängig wurde (vormals italienische Kolonie, danach Provinz Äthiopiens, ca. 1970-1991 Sezessionskrieg). Mittlerweile herrscht in diesem Staat eine Militärjunta; es gibt einen langjährigen Militärdienst, dem sich kein Einwohner des Landes entziehen kann; Grundrechtsschutz wird nicht gewährleistet, Meinungsfreiheit existiert nicht und auch die ökonomischen Entfaltungsmöglichkeiten sind eng begrenzt. Aus diesen Gründen fliehen viele junge Eritreer in Länder der „westlichen Welt“, oft in nordeuropäische Länder (Norwegen, Schweden, U.K.), nach Kanada, in die USA und eben auch zehntausendfach nach Deutschland.

Die meisten Geflüchteten aus Eritrea sprechen die äthio-semitische Sprache Tigrinya – neben weiteren Regionalsprachen, die allerdings in der europäischen Diaspora eine vergleichsweise geringe Bedeutung haben (z.B. Tigre, Blin, Saho, Afar, …). Tigrinya ist neben Arabisch de facto die wichtigste Nationalsprache Eritreas. In der Schule lernen die meisten EritreerInnen auch Englisch, aber vielfach sind die Kompetenzen in dieser Fremdsprache bei hiesigen Geflüchteten gering. Viele eritreische Geflüchtete haben große Verständigungsschwierigkeiten in den ersten Monaten und Jahren ihres Aufenthalts in Deutschland. Es gilt nicht nur, eine neue, strukturell fremde Sprache zu erlernen, sondern auch ein neues Schriftsystem. Tigrinya wird nicht mit einem lateinischen Alphabet geschrieben, sondern in einer Silbenschrift, die auf die Sakralsprache Ge’ez (oder Altäthiopisch) zurückgeht.

Sehr viele Eritreer in Hamburg stehen im Alltag vor größeren und kleineren Sprachbarrieren, da es vor Ort nur sehr wenige kompetente und verfügbare Tigrinya-DolmetscherInnen und -ÜbersetzerInnen gibt. So gibt es beispielsweise Probleme in der Kommunikation mit dem Sozialmanagement der Wohnunterkünfte und zahlreiche Kommunikationsschwierigkeiten in Gesprächen mit Ärzten und Beratern bei Behörden.

Aus diesem Grund hat ein Ehrenamtlicher von „Welcome to Barmbek“, Ulrich Meyer-Ciolek, im Herbst 2015 zusammen mit Mürsel Dogan vom Projekt Globus des freien Trägers Basis & Woge e.V. ein Kommunikationsangebot aufgebaut, bei dem ein Tigrinya-Dolmetscher eine zentrale Rolle spielt. Der Dolmetscher heißt Al-Amin Abdulaziz, stammt aus Eritrea, ist mehrsprachig aufgewachsen und ausgebildet worden (Tigrinya, Arabisch, Amharisch, Englisch und Deutsch) und wohnt seit mehr als drei Jahrzehnten in Hamburg. Er kennt nicht nur die Mentalität junger Eritreer, sondern auch die der Hamburger. Auf Grund seines Alters, mehr aber noch auf Grund seiner Persönlichkeit und Ausstrahlung, wird er von den jungen Eritreern sehr geschätzt. Sein Wort und sein Ratschlag gelten etwas (gern gehörter Zuruf: ağokhum! ~ „Weiter geht’s! Seid tapfer!“).

Flankiert wird seine Arbeit von ehrenamtlich tätigen HelferInnen von „Welcome to Barmbek“. Das Kern-Team bilden neben dem Initiator des Projektes, Herrn Ulrich Meyer-Ciolek, eine kleine Gruppe von Studierenden der Universität Hamburg, aber auch einige engagierte BarmbekerInnen aus der Nachbarschaft, allen voran Helga-Maria Koppermann, die früher als Lehrerin tätig war und einen geschulten Blick für so manche Orientierungsprobleme von Heranwachsenden und jungen Erwachsenen hat.

Die Ehrenamtlichen haben es sich zur Aufgabe gemacht, sich mit den Schwierigkeiten auseinanderzusetzen, die z.B. die Erklärung, Deutung und Beantwortung von Behörden-Post mit sich bringen. Es gibt derzeit zahlreiche Eritreer, die Probleme mit der Bearbeitung ihres Asylantrags haben und sehr viele, die sich erst noch in ihrem neuen Leben in Hamburg arrangieren müssen. Die erhaltenen Briefe sind nur schwer zu verstehen und Übersetzungen und Erklärungen sind sehr willkommen. Der eine bekommt einen Leistungsbescheid der Sozialbehörde, ein anderer einen Brief vom Rechtsanwalt, eine dritte einen Arztbrief und eine vierte eine Rückmeldung vom Petitionsausschuss der Hamburgischen Bürgerschaft.

Gemeinsam erklären Al-Amin Abdulaziz und die ehrenamtlichen HelferInnen die Inhalte der vorgelegten Briefe und leiten – soweit möglich – die notwendigen Maßnahmen in die Wege, z.B. die Beschaffung von Dokumenten anderer Institutionen (Meldebestätigungen, beglaubigte Heiratsurkunden, Arztbriefe & Atteste, etc.).

Gleichzeitig wird versucht, gemeinsam auch ein Kulturprogramm zu entwickeln, also zusammen zu spielen, zu kochen oder einfach nur zu schnacken. Sofas, Kicker und Küchenutensilien sind hilfreiches Zubehör.

 

 

 

Fallbeispiel 1: Kommunikationsprobleme mit Sozialarbeitern in einer Wohnunterkunft

Einige Geflüchtete aus Eritrea, die derzeit im Süden Hamburgs in einer Wohnunterkunft untergebracht sind, berichteten den HelferInnen der Welcome Lounge von Kommunikationsschwierigkeiten mit den zuständigen MitarbeiterInnen im Sozialmanagement ihrer Unterkunft. Sie formulierten – sinngemäß – Sätze wie die folgenden:

  1. Fragen, die wir den Mitarbeitern stellen, werden nicht respektvoll beantwortet. Wir haben den Eindruck, dass uns keiner zuhört;
  2. Wir sind nicht zufrieden mit der Verpflegung in der Kantine unserer Wohnunterkunft;
  3. Es gibt Bewohner in der Wohnunterkunft, die aus anderen Ländern stammen und die im Vergleich zu uns bevorzugt behandelt werden;
  4. Wir brauchen viel öfter einen Dolmetscher, der uns hilft, unsere Probleme gleich vor Ort zu lösen; für andere Sprachgruppen gibt es das, für uns aber nicht.

Da in vielen Einrichtungen die Mehrheit der betreuten Personen aus Ländern wie Syrien oder Afghanistan stammen, ist bei einigen Eritreern der Eindruck entstanden, dass sie nicht im Fokus des Interesses der Behörden und Hilfsorganisationen stehen. Durch den Mangel an gut ausgebildeten Dolmetschern für Tigrinya – im Vergleich etwa zu Arabisch oder Farsi/Dari – gibt es in der Tat eine Lücke zwischen Angebot und Nachfrage von Sprachmittler-Dienstleistungen. In anderen Städten Deutschlands mit größeren und älteren eritreischen Diaspora-Gemeinden wie Frankfurt oder Stuttgart wäre diese Situation eine andere, denn dort stehen viele erfahrene Sprachmittler für Tigrinya zur Verfügung.

Auch aus anderen „Camps“ in anderen Stadtteilen Hamburgs wurden uns ähnliche Beschwerden bekannt gemacht, so dass davon auszugehen ist, dass es sich nicht nur um ein lokales Problem handelt, sondern strukturelle Schwierigkeiten in der Betreuung von eritreischen Geflüchteten in Hamburg bestehen.

Zusammen mit den Geflüchteten wurde ein zweisprachiger Brief (Tigrinya & Deutsch) an das Sozialmanagement der Wohnunterkunft verfasst, der die besagten Probleme beschrieb. Wir erhielten von der Leitung der Wohnunterkunft eine positive Rückmeldung auf diesen Brief. Es soll in dieser Einrichtung nun ein regelmäßiges Treffen der Gruppe der EriteerInnen mit dem Sozialmanagement in Anwesenheit eines Sprachmittlers etabliert werden.

Fallbeispiel 2: Das sog. Dublin-III-Verfahren und die „Überstellung“ nach Italien

Der Mehrzahl der jungen Eritreer, die es bis nach Hamburg/Deutschland geschafft haben, sind aus ihrem Herkunftsland vor der Militärausbildung und der Ausbeutung in einem repressiven nationalen Arbeitsdienst geflohen. Es sind mehrheitlich junge Männer zwischen 16 und 30 Jahren. Sie wollen nach Europa, um sich hier eine lebenswerte Zukunft aufzubauen, die sie in ihrem Heimatland für sich nicht sehen. Der Großteil der Eritreer wählt die Fluchtroute über den Sudan nach Libyen, dann über das Mittelmeer bis nach Italien, von dort schnellstmöglich bis nach Deutschland oder darüber hinaus in nördliche Länder Europas.

Die Eritreer, mit denen wir über einzelne Aspekte ihrer Reise nach Hamburg sprechen konnten, berichteten von der Angst, in Italien ihre Fingerabdrücke (ašara, abgeleitet vom sudanesisch-arabischen Wort für „10“) „abgeben“ zu müssen. Immer wieder erzählen sie auch von der schlechten Versorgungslage für Geflüchtete in Italien. Es gebe keine saubere und sichere Unterkunft, keinen Zugang zu angemessener medizinischer Versorgung und keine Informationen über das Asylverfahren in Italien und in der Europäischen Union. Mit anderen Worten: Italien ist für fast alle eine notwendige Etappe, aber kein Fluchtpunkt und kein Migrationsziel.

Ein juristischer Grundpfeiler des europäischen Asylrechtssystems ist die sog. Dublin-III-Verordnung (EU VO Nr. 604/2013). Sie ist ein extrem komplexes juristisches Gebilde, dessen Kerninhalt es ist, dass Asylsuchende möglichst schnell einen Asylantrag in dem Staat stellen sollen, in dem sie zuerst in die Europäische Union (EU) eingereist sind. Der Staat der EU-Ersteinreise ist dann zuständig für die Durchführung des Asylverfahrens. Geographisch bedingt sind dies sehr häufig also Griechenland und Italien. Im Falle der Asyl suchenden Eritreer ist es unserer Erfahrung nach fast immer Italien.

Stellt nun eine deutsche Behörde, speziell das zuständige Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), fest, dass der/die Asylantragsteller/in nicht etwa per Flugzeug nach Deutschland eingereist ist, sondern auf dem See- oder Landwege nach Europa kam, fragt es nach dem Staat der Ersteinreise in die EU. Wenn sich herausstellt, dass dies Italien war, prüft das BAMF nur noch seine Zuständigkeit, nicht aber den Asylantrag als solchen. Das BAMF stellt in der Regel fest, dass gemäß Dublin-III-Verordnung Italien zuständig sei. Es ordnet deshalb in einem Negativ-Bescheid eine „Überstellung“ nach Italien an, d.h. der Asylbewerber soll nun baldmöglichst abgeschoben werden. Das BAMF hat nun in der Regel 6 Monate Zeit, den Asylbewerber nach Italien zu „überstellen“. Dabei ist es u.a. auf die Vollstreckungsbehörden des Bundes und der Bundesländer und deren Kapazitäten angewiesen (z.B. Bundespolizei, Polizei Hamburg). Sollte eine „Überstellung“ nicht innerhalb der genannten Frist erfolgen können, fällt die Zuständigkeit wieder an Deutschland (sprich: das BAMF) zurück.

Für unsere ratsuchenden Eritreer heißt das mehrheitlich, (a) sie sollen nach Italien, wollen das aber nicht, (b) sie haben Asyl beantragt, verstehen aber die Asylverfahrensabläufe nicht, (c) sie bekommen Briefe vom BAMF, die sie sprachlich wie inhaltlich zunächst nicht erfassen können, (d) sie suchen Hilfe bei Personen, die ihre Sprache verstehen und das Asylverfahren erklären können und (e) sie benötigen Hilfe bei der Erstellung/Besorgung von Dokumenten, die ihnen helfen sollen, in Deutschland bleiben zu können.

Ein „Klassiker“ in unserer Beratungstätigkeit ist daher der folgende (hypothetische) Fall: Herr Woldemaryam Gebretsadik* (Phantasiename), ein ca. 22 Jahre alter Mann aus einer Kleinstadt in Eritrea, kommt zu uns mit einem negativen Bescheid des BAMF, in dem steht (vereinfacht):

  1. Der Antrag wird als unzulässig abgelehnt.
  2. Die Abschiebung nach Italien wird angeordnet.

Er fragt, (a) was er tun könne, um nicht nach Italien abgeschoben zu werden, (b) wo er einen Rechtsanwalt finden könne und (c) wie er Kirchenasyl bekommen könnte. Er fragt in seiner Muttersprache Tigrinya, denn er spricht fast kein Deutsch und nur ein klein wenig Englisch. Er ist ein wenig angespannt, aber im Umgang sehr freundlich und geduldig. Er wartet darauf, an die Reihe zu kommen und hofft auf eine konkrete, hilfreiche Auskunft des Tigrinya-Dolmetschers. Er überbrückt die Wartezeit, indem er einen Tee mit drei Stück Zucker trinkt, hin und wieder sein Mobiltelefon „abcheckt“, seine lose sortierten Dokumente im Rucksack durchsucht und sich die Geschichten anderer Ratsuchender anhört.

Er bekommt über den Tigrinya-Dolmetscher & Kulturmittler zur Antwort, dass wir versuchen können, für ihn (a) eine Petition aufzusetzen, (b) einen Termin bei einer/m Rechtsanwält/in zu organisieren und (c) ein freies Kirchenasyl ausfindig zu machen. Er wird informiert, dass es kaum Plätze im Kirchenasyl gibt und diese in der Regel nur für absolute Härtefälle in Frage kommen und dezentral vergeben werden. Nach Durchsicht der mitgebrachten Dokumentensammlung zum Asylverfahren bekommt er das Angebot, dass wir ihm helfen können, eine Petition zu verfassen, damit er – im ungünstigsten Falle – immerhin seine Fluchtgeschichte zu Gehör bringen kann und ein wenig Zeit „gewinnt“ – während der Zeit, in der Petitionen geprüft werden, werden in der Regel keine Überstellungen ins EU-Ausland vollzogen… Schließlich verweisen wir den Ratsuchenden an eine/n Anwält/in, die/der ggf. einen Eilantrag und eine Klage beim Verwaltungsgericht Hamburg einreichen und begründen kann.

Im Anschluss hieran berichtet Herr Gebretsadik (der sich selbst nur als Woldemaryam vorgestellt hat und von allen Freunden auch nur so genannt wird), dass er seit langer Zeit nicht mehr richtig durchschlafen könne, er unter massivem Stress leide und dies auch Auswirkungen auf seinen Körper habe. Das habe auch mit seiner Zeit in Libyen und Italien zu tun. Auch mache er sich Sorgen um seine Ehefrau, die derzeit im Sudan lebe und auch nach Europa weiterreisen wolle.

Auf die Frage, ob er Dokumente aus Eritrea bei sich habe, antwortet er, dass er nur eine kirchliche Heiratsurkunde bei sich habe. Eine Geburtsurkunde, einen eritreischen Pass/Ausweis, ein College-Diplom oder ein Berufsabschlusszertifikat o.ä. habe er nicht mitnehmen können oder gar nie ausgehändigt bekommen.

Wir bitten ihn, alles in Bewegung zu setzen, um verfügbare Dokumente aus Eritrea zu bekommen, insbesondere irgendein staatliches Dokument, das belegen kann, dass er wirklich aus Eritrea stammt und die Staatsbürgerschaft dieses Landes besitzt oder besaß. Er meint, es sei doch für jeden klar, dass er aus Eritrea kommt, weil er Tigrinya spreche und dort aufgewachsen sei.

Wir sagen ihm, dass wir auch Fälle gesehen haben, in denen Behörden auch das anzweifelten und im Asylverfahren auch Dokumente darüber mitentscheiden, ob jemand als Flüchtling aus Eritrea eingestuft wird oder etwa als Migrant aus dem Sudan oder Nordäthiopien ohne große Chancen auf Anerkennung als Flüchtling in Deutschland…

Wir fragen, ob wir uns in der nächsten Woche wiedersehen können, um dann die Briefe gemeinsam durchzugehen und ob er bis dahin bitte zu einem Arzt gehen könne, damit er baldmöglichst eine Überweisung an einen Facharzt bekommt.

Einordnung der Arbeit der „Welcome Lounge“ in den Kontext der Flüchtlingsberatung in Hamburg

Viele Geflüchtete aus Eritrea haben einen großen Beratungsbedarf, insbesondere in Bezug auf ihr Asylverfahren in Deutschland bzw. Europa. Es gibt viele Beratungsstellen in Hamburg, die über weitaus mehr Expertise verfügen als die Ehrenamtlichen bei „Welcome to Barmbek“, aber sie sind fast alle „überlaufen“ und es stehen ihnen in der Regel keine Tigrinya-Dolmetscher zur Verfügung. Oder es gibt zwar zeitweise einen Tigrinya-Dolmetscher, aber keine ehrenamtlichen MitarbeiterInnen, die gleichzeitig auch die Akten durchgehen, Briefe erklären und Antwortschreiben formulieren können. Im „Interkulturellen Austausch“ können einige Probleme der Geflüchteten mit Behörden und Einrichtungen mit Hilfe der Ehrenamtlichen gelöst werden. Für Probleme, für die Fachleute benötigt werden, werden Beratungstermine bei den zuständigen Beratungsstellen, Einrichtungen, Anwälten etc. für die Geflüchteten organisiert und die Fälle so aufbereitet, dass dort eine schnelle und effiziente Beratung möglich wird. Das Zusammenspiel von Beratungstätigkeiten auf Tigrinya in Kombination mit Deutsch/Englisch macht die Arbeit der Welcome Lounge wertvoll für die Ratsuchenden aus Eritrea. Es ist ein Angebot, das – unseres Wissens nach – in dieser Form kein zweites Mal in Hamburg zu finden ist.

Mehr Informationen über das Projekt:

Internet:

Initiative Welcome to Barmbek  www.welcome-to-barmbek.de
Welcome Lounge: www.welcome-to-barmbek.de/eroeffnung-welcome-lounge/

Ort:

Welcome Lounge, Wiesendamm 30, 22305 Hamburg (Barmbek)

Nähe U-Bahn-Station Saarlandstrasse (U3, 1 Station „vor“ U/S-Bahnhof Barmbek), am EDEKA Clausen vorbei, den Wiesedamm entlang, ca. 80 Meter, Haus auf der linken Straßenseite.

Möglichkeiten der Mitarbeit:

Freiwillige ehrenamtlich tätige HelferInnen sind gerne gesehen. Einfach in der „Welcome Lounge“ vorbeikommen und mit den Anwesenden ins Gespräch kommen. Alles Weitere findet sich im persönlichen Austausch!